"Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, daß du erreichen kannst.” (Coelho:Der Alchimist)
830 Gebeine in einem Grab
Santago de Compostela befindet sich in Spanien, in Galicien und ist weltweit besonders unter den Katholikern als Wallfahrtsort bekannt.
830 wurden Gebeine in einem Grab gefunden und diese wurden dem Apostel Jakobus zugeschrieben. Unter dem Grab steht heute eine monumentale Kathedrale, die gleich ein katholischer Erzbischofsitz ist. Dieses archäologische Ereignis bildete den Grund zum heutigen Pilgerstrom, dem sogenannten Camino de Santiago.
Jakobus war einer der zwölf Apostel neben Jesus. Mit seinem Namen sind zahlreiche Legenden verbunden. Er hat bereits in seinem Leben vorhergesagt, dass er nach seinem Tode Unzählige bekehren werde. Er ist Schutzpatron von Pilger, Apotheker und Drogisten.
Jährlich rund 75000 Pilger
Santiago de Compostela empfängt jährlich rund 75000 Pilger. Unter dem Pilgerweg in diese Stadt wird vor allem der sog. Camino Francés verstanden. Es ist ein Weg: er beginnt in den Pyrenäen und reicht bis zum Jakobsgrab und ist eine unsichtbare Kette von den Städten Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León. Heutzutage ist der Weg eine Kulturroute, die von den Pilgern zu Fuß oder auf Fahrrad geleistet wird (mindestens die letzten 100 km). In ihren Pilgerausweisen bekommen sie Stempeln, die vor allem finanzielle Gründe haben, da damit man in den Pilgerherbergen günstig übernachten kann.
Der Jakobsweg ist kein einfacher Weg oder Spaziergang; durch steile Pässe, endlose Ebenen, eiskalte Winde auf den Höhen der Berge beim Hinweg nach Santiago de Compostela wird in einem etwas abgetötet aber beim Rückweg findet aber die eigentliche Wiedergeburt statt.
Pilgerfahrten im Mittelalter
Eine Tradition der Pilgerfahrten im Mittelalter war, dass Pilger auf dem Weg immer ein Pilgerabzeichen mit dabei hatten, dessen Funktion war, dem Menschen sowohl während der Wallfahr als auch später nach dem Heimkehr zu schützen. Das Pilgerabzeichen der Santiagopilger war und ist die Jakobsmuschel, die ursprünglich auch als Nachweis diente, dass der Pilger die Reise tatsächlich absolviert hatte.
Wer die Muschel an seinem Pilgerstock umband und umhängt, versprach und verspricht sich einen "vollkommenen Sünden-Nachlass" – ein Recht, das Papst Kalixtus II. der Kathedrale von Santiago de Compostela verlieh. Papst Alexander III. erweiterte dieses Recht um den Passus "immerwährender, vollkommener Sünden-Nachlass", der heute aber nur noch in den "Heiligen Jahren" erteilt wird. Also in den Jahren, in denen der Namenstag des Heiligen, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.
Johannes Paul II., Shirley MacLaine, Hape Kerkeling, Diane d'Orléans, Jenna Bush sind Promis, die den Weg geleistet haben. Jedoch ist der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho der einflussreichste Pilger unter den Promis. Seinen Pilgerweg hat er in seinem esoterischen Bestseller „Der Alchimist - Der Schatz der Pyramiden oder Die Reise ins Meister- Bewußtsein“ verewigt. Unter dem Einfluss des Werkes wurde der Pilgerweg unter breiten Massen populär geworden. „Der Alchimist“ ist ein Fabel, in dem ein andalusischer Schäfer wegen eines Schatzes, über dem er geträumt hat, sich auf den Weg macht. Nach Abenteuern und Proben erreicht er endlich sein Ziel, das weit nicht der Schatz ist, worüber er geträumt hat…